Lilli on top…

Damit unsere süße scheue Lilli die anstehenden Neuerungen gut verkraftet, pimpen wir sie seit einigen Tagen mit Zylkène. Dass sie darauf gut anspricht hat sie uns schon öfter gezeigt, und auch dieses Mal schaltet sie nach ein paar Gaben um auf Schmusekatze, entspannt sich und geht nach längerer Drinnenphase auch wieder nach draussen – Kater hin oder her…

Früh morgens beim Katzendurchzählen fehlt mir Lilli, aber sie hat neuerdings öfter in den Nachbarsgärten zu tun und kommt dann erst zum 2. Frühstück nach Hause. Ich mache mir also keinen Kopf, füttere Kiri und gehe Laufen, wie jeden Morgen. Wieder Zuhause angekommen sitzt Kira drinnen im Wohnzimmerfenster und starrt nach draussen in die Dunkelheit. Ich gehe zum Nachschauen raus auf die Terrasse, da kommt mir ein ganz entspanntes Söckchen entgegen und geht mir zur Begrüßung um die Beine. Da höre ich Lilli, sie ruft unaufhörlich mit zartem Stimmchen – ich kann es gar nicht orten.

Ich locke sie und rufe nach ihr, schaue im Halbdunkeln unter’s Carport und hinter die Regentonnen – keine Lilli! Nur das Stimmchen ist zu hören, das ständig wie um Hilfe ruft. Erst Söckchen bringt mich auf die richtige Spur, als er sich unter die große Kiefer setzt und unentwegt nach oben schaut.
Ich hole eine Taschenlampe und leuchte nach oben – da sitzt Lilli in 10 bis 12 Meter Höhe auf einem Knick in dem mächtigen Stamm und schaut kläglich miauend auf uns herab. Welche katzastrophe hat sie bloß zu diesem Höhenflug inspiriert? Vermutlich die schwarzweiße Unschuld neben mir, die genau wie ich nach oben starrt und sich dabei sicherlich ganz eigene Gedanken macht…

Die Terrassentür geht auf und nun würde Söckchen sich gern der herauskommenden Kira oder – noch besser – der Wohnung dahinter widmen. Wie sollen wir Lilli vom Baum kriegen, solange der Kater hier unten herumstreift? Wie bringe ich Söckchen dazu, doch lieber wieder Nachhause zu gehen…? Manchmal hilft es, ihn einfach durch die Tür unter’s Carport zu schieben, damit er wieder seiner Wege zieht. Aber wo es hier gerade so spannend ist, schlägt er einfach einen Halbkreis durch den Nachbarsgarten und steht womöglich im unpassendsten Augenblick wieder unter der Kiefer, um Lilli in Empfang zu nehmen… Ich hole also die Wassersprühflasche und erteile Söckchen einen nassen Platzverweis, bevor ich Lilli mit gutem Zureden vom Baum zu bitten beginne…

Nur noch Lilli und ich und die mächtige knarzende Kiefer…

Ich rede ihr zu und sie beginnt ihren Abstieg wie auf einer Wendeltreppe, indem sie nach und nach von einem Ast zum nächsten hüpft, immer begleitet von meinem Lob und meinen Bitten. Dann wird es schwierig, nur noch vereinzelte Äste auf dem Weg nach unten… Lillis Stimmchen schaltet von piepsig um auf tief und panisch – wie beim Tierarztbesuch. Sie hat wirklich Angst, rutscht trotzdem irgendwann vorsichtig mit dem Ärschlein voran den Stamm ein Stück herab, bis sie den nächsten Ast erreicht. Überschwängliches Lob, jetzt sind es vielleicht noch 2 bis 3 Meter bis zum Boden…

Ich versuche sie zu überzeugen, einen Sprung auf den weichen Kiefernnadelhaufen zu wagen – aber nein! Sie klettert, an die rissige Rinde geklammert, um den mächtigen Stamm herum und probiert, in einer Astgabel Halt findend, verschiedene Absprungvarianten. Nein, den Sprung auf den Nadelhaufen verwirft sie – stattdessen rutscht sie noch ein Stück rückwärts den Stamm herab, bevor sie sich abstößt, um mit einem Satz endlich sicher den Boden zu erreichen.

Jubel!! Lilli hat es geschafft!

Stolz nimmt sie ihr Lob entgegen und eilt mir voran zur Terrassentür – Lilli hat Hunger!

Christina

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2 Gedanken zu “Lilli on top…

  1. Ach nee Lilli und Söckchen, das wir wiklich kein Pärchen mehr. 😦 Die Kleine hat so Panik vor ihm, dass sie so weit nach oben flüchtet und der Herr stolziert noch zur Hausherrin und lässt sich streicheln 😦 Das ist nicht die feine englische Art, Söckchen! Lass die Mädels in Ruhe.
    Schnurrer Engel und Teufel

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    1. Er kriegt nun täglich seinen Platzverweis, der Herr. Aber ich fürchte, die Besuche bei uns haben einen so hohen Unterhaltungswert für ihn, dass er sich dafür praktisch selbst belohnt: Wieder ein Opfa gefunden! 😣

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Eine Antwort maunzen

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