…als uns Kira fast gestorben wäre

Drei harte Wochen Kampf um Kiras Leben liegen hinter uns. Und noch einige Wochen mehr, in denen Kiri, von uns unbemerkt, bereits gegen ihre Krankheit kämpfte – Wochen, in denen sie immer mäkeliger wurde beim Fressen und immer agressiver gegenüber ihren Mitkatzen – besonders Silva musste unter ihr leiden.

Kiri im Februar…

…rumorte es schon in ihr?

In unserem Mehrkatzenhaushalt gibt es immer wieder Zeiten, in denen eine oder gleich alle Katzen am Futter rummäkeln und nicht mehr fressen, wie gewohnt. Lilli ist schon immer eine Futterspezialistin, die alle paar Wochen ihr Lieblingsfutter wechselt und dann das bisherige Futter eisern verschmäht. Manchmal läßt es sich verzögern, indem wir das Futterschälchen mal hier und mal da hinstellen… 🙄
Die neue Lieblingsfuttersorte herauszufinden ist eine weitere Herausforderung. 😏

Kira wurde immer mäkeliger, agressiv gegen die anderen und zog sich zum Schlafen auf die entlegensten Plätze zurück – bis sie es nicht mehr auf die Schränke schaffte. Sie lag einen Morgen apathisch auf ihrem Lieblingskratzsofa im Esszimmer und konnte beim Aufstehen nur noch torkeln. Alarmstufe Rot… Unsere Tierärztin diagnostizierte eine Lungenentzündung mit über 40° Fieber. Die nächsten drei Tage bekam Kira täglich Antibiotika und Elektrolyte gespritzt, das Fressen hatte sie völlig eingestellt.

Nur noch ausser Reichweite…

…bis sie es nicht mehr auf die Schränke schaffte

…und eines morgens am Boden zerstört im Esszimmer lag

Weil keine Besserung eintrat, haben wir Kira am vierten Tag in die Tierklinik gebracht. Über Ostern blieb sie 4 Tage dort und wurde am Tropf gespült und gepäppelt. Sie hatte nicht nur eine Lungenentzündung – sie hatte akutes Nierenversagen und Nieren, Lungen, Leber und Milz waren entzündet, Kiri wäre uns fast an multiplem Organversagen gestorben. Die Ärzte vermuten eine Virusinfektion, zu der sich – zu allem Überfluss – auch noch Giardien gesellt haben. Vom Darm ausgehend wurden über das Blut die übrigen Organe befallen. Durch die Futterverweigerung kam eine schwere Azidose hinzu.

…mit einem Bildklick startet die Galerie

Nach vier Tagen Intensivmedizin, in denen Kiri die Herzen des Pflegepersonals eroberte, konnten wir sie wieder Nachhause holen. Ich nahm mir Urlaub, um sie weiter päppeln zu können, denn fressen wollte sie immer noch nicht. Aber bei der Spritzenfütterung machte Kira mit – die Ärztin sagte uns: sie will ja! Kira will mitmachen! Und so haben wir sie einige Tage nur per Spritze gefüttert, bevor sie auch selbst wieder etwas Futter fressen mochte.

Heute, fast drei Wochen nach Kiris Zusammenbruch, futtert sie den größten Teil wieder selbst und bekommt – an zurückhaltenden Tagen – Päppelfutter zugefüttert.
Sie ist inzwischen fieberfrei und schon wieder ziemlich frech, geht zusammen mit Lilli über Tische und Bänke. Leider macht sie Silvie wieder das Leben schwer – obwohl die sie, in Kiras schwerer Krankheitsphase, wirklich völlig in Frieden ließ und offensichtlich froh darüber war, nicht länger gemobbt zu werden…

Das nackte Bäuchlein ziert inzwischen wieder ein kurzer Pelz – nach Wochen Hausarrest durfte Kira gestern bei frühlingshaften Temperaturen das erste Mal wieder hinaus in den Garten. Sie hat ein halbes Stündchen Sonnenschein genossen und kam dann freiwillig wieder herein – schlafen wollte sie dann doch lieber drinnen, im Körbchen auf der Fensterbank.

Die schwerste Zeit ist überstanden, aber die Giardien erfordern besondere Maßnahmen. Im Mehrkatzenhaushalt müssen alle Tiere behandelt werden – bei der scheuen Lilli ist das schon eine besondere Herausforderung. Die erste 5-Tage-Kur mit Panacur konnten wir ihr mit Leckerlis unterjubeln – bei der zweiten 5-Tage-Kur scheinen wir gerade an ihrem übergroßen Misstrauen zu scheitern… Soll ich jetzt ernsthaft eine gesunde aber überaus ängstliche und misstrauische Katze einfangen und 15 Tage beim Tierarzt in den Käfig sperren lassen, damit sie dort die 2. und 3. 5-Tages-Kur unter Zwangsmaßnahmen eingeflösst bekommt? Ich sage: Nein – und sehe unseren Tierarzt vor meinem inneren Auge, wie er sich insgeheim den Schweiß von der Stirn wischt… Ihr fragt euch, warum sie dort 15 Tage einsitzen müsste? Weil wir Lilli, falls wir sie überhaupt überwältigen könnten, nach dem ersten Mal die nächsten Monate nicht wieder zu fassen kriegen werden. So ist das Leben mit einer wild geborenen und nur oberflächlich zahmen Katze…

Anders als Lilli nimmt Silvie ihr Panacur ohne mit den Wimpern zu zucken in Sahne aufgelöst – Kira müssen wir es zu Zweit unter Zwang eingeben, so verschieden sind unsere Katzen. Aber abgesehen von der Medizin erfordert die Giardienbekämpfung besondere Sauberkeit – Wassernäpfe und Katzentoiletten werden ständig ausgekocht und frisch befüllt, die Katzenbetten und -Decken regelmäßig bei mehr als 70° gewaschen, unsere Bettwäsche ständig gewechselt und alle Böden gewischt und mit dem Dampfreiniger gereinigt.

Arbeit über Arbeit und ein Ende noch nicht in Sicht…

Christina

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4 Gedanken zu “…als uns Kira fast gestorben wäre

  1. Einerseits schön, dass Du Dich meldest, liebe Christina, andererseits war ein Gefühl vorhanden, dass bei den Stoppelhopsern etwas „nicht stimmt“.
    Eine schwierige Lage und woher solch eine Krankheit, bzw. das verursachende Virus kommt, das weiß keiner. Ein gemischtes Katzenlager, da jede Katze individuell, aus unterschiedlichen Regionen und aus völlig verschiedenen Ursprungsleben kommt … somit ist auch das jeweilige Verhalten nicht wirklich einschätzbar.
    Unser Kater Mikesch (Ursprung wild und dann doch nicht, lässt sich aber nicht anfassen) verkroch sich, ich sah in tagelang nicht und war der Verzweiflung extrem nahe. Bis ich ihn in einem Katzenunterschlupf im Garten fand, wo er nie wieder herauskommen wollte. Ich musste den armen Kerl stressen, eine Box davor halten, bis auf den letzten Nerv gespannt usw.. Ich war schweißgebadet und er genauso. Er hatte einen Infekt, zum Glück ließ sich das mit einer Spritze behandeln, aber dennoch, er ist noch misstrauischer geworden, egal welchen Effekt das hatte.
    Ohje, ich drücke Euch die Daumen ganz fest, und wenn Du magst, dann schreibe mir doch bitte mal eine Mail, da PC kaputt war und ich wieder von Vorne anfangen muss.

    Viele Küsschen an die Nasen und liebe Grüße an Dich und Udo
    Sabine

    Gefällt 1 Person

  2. Oh man noch an mal alles so zu lesen, da läuft es uns immer noch kalt den Rücken runter. 😦 Kira ist ja wirklich eine Kämpferin. Wir drücken euch wegen den blöden Giardien alle Pfötchen und Daumen. Bei Lilli habt ihr schon die richtige Entscheidung getroffen – sie würde euch sonst nie wieder an sich ranlassen.
    Wir drücken euch.
    Schnurrer Engel und Teufel

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  3. Liebe Christina, das ist wirklich eine unheimlich schwere Entscheidung, wo da der gesunde – für alle vertretbare, Mittelweg ist. Da kann ich nur die Daumen drücken, dass sich alles doch noch findet.

    Ich habe mich im letzten Moment gegen die beiden neuen Kätzchen gesperrt, die nun hoffentlich doch in ihrem alten Zuhause bleiben können. Ich hatte zu viel Angst, dass Allegra mit der neuen Situation nicht zurechtkommt und sich dann immer mehr zurückzieht. Aber das tut sie nun trotzdem von Tag zu Tag immer mehr. Wahrscheinlich ist ihre Zeit jetzt einfach auch gekommen …
    LG Silke

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Eine Antwort maunzen

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